Chateau Mesrine

Und wir bleiben und gleich in Frankreich. Dies war unsere erste Location auf dieser Tour. Die Villa ist wohl mit Abstand einer der bekanntesten Lost Places Europas. Hier wurden Model-Fotos gemacht, Videos gibt es zu Hauf und auch Tags finden sich mittlerweile zahlreich. Leider wurde auch viel zerstört, so zum Beispiel der Spiegel in der großen Eingangshalle oder die Fenster der Oberlichts. Zeitweise wirkten Fotografen und Liebhaber des Ortes der Zerstörung entgegen. In einer Aufräumaktion beseitigten sie die Trümmer. Bei so viel Tourismus wie hier ist, hilft das aber nicht lange. Das mussten auch wir erkennen.

Obwohl wir uns relativ frech vor der Villa hin geparkt haben, so hatte zumindest ich ein Problem mit dem schmalen Spalt im Tor. Also ging es, wie für die meisten, durch den Hinterhof hinein. Gemütlich spazierten wir also den Schotterweg hoch und schon kamen uns drei Jugendliche entgegen mit Kamerarucksäcken. Alles klar. Auch vorhin beim Aussteigen haben wir eine andere größere Gruppe beobachtet, welche relativ offensichtlich nach der Villa suchte. Wie auch immer, irgendwann wechselten wir den Schotterweg für den steilen, erdigen Hang hinter der Villa und da wurde es plötzlich lustig! Wir waren etwas irritiert, als plötzlich ein Herr mittleren Alters und dahinter, mit weißen Turnschuhen, seine Frau den Hang…naja fast herunterrutschten. Mein Komplize reagierte etwas schneller als ich und hatte die Frau am Arm geschnappt und half ihr über das nasse Erdreich. Es waren Deutsche, Urlauber. Nachdem alle wieder einigermaßen sicher standen, kamen wir auch schon zu der steinernen Treppe, welche zum Hintereingang führte. Hier hörten wir auch schon Stimmen aus der Villa. Na dann, los! Die erste Gruppe kam gerade raus, drinnen waren die Jugendlichen von vorhin, scheinbar sind die einfacher durchs Tor gekommen, trotz langem Kleid und Sandalen. Aber zurück zur Villa!

Ja die Eingangshalle hat schon was, sogar mit den Tags, zumindest kannte ich die Architektur so vorher nicht. Im Obergeschoss war ein Oculus ausgespart, verziert mit schmiedeeisern Geländer. Im Dachgeschoss ebenfalls, hier waren einst Scheiben eingesetzt, welche das Licht von oben hereinließen. Den Boden zierte ein roter Teppich, wenn man damals durch den Haupteingang hereinkam, muss das ein wirklich toller Empfang gewesen sein. Geradeaus fand sich die Fassung des einstigen Spiegels. Links und rechts gab es andere Räume, keine Möbel mehr aber in einem der Räume gab es noch eine schön verzierte Holzkommode. Im oberen Stock konnte man das Geländer besser begutachten. Hatte etwas von der Villa Zombo. Nur etwas laut war es, aber es waren auch genug „Instagramer“ hier ;). Noch erwähnenswert, trotz zerstörter Spiegel, waren die Badezimmer aus Marmor. Eine einst sicher unfassbar schöne Villa. Das ein oder andere Motiv ließ sich auch so noch finden. Mein Favorit: Das bunte Fenster in einem der kleineren Räume. Die neobarocke Villa war auch lokal-historisch sehr wichtig, oder besser gesagt ihr Besitzer. Nichts zuletzt, da er im selben Ort einen botanischen Garten mit exotischen Pflanzen anlegen ließ. Außerdem war er ein begeisterter Briefmarkensammler. Heute steht seine Villa eigentlich unter Denkmalschutz.

Nun wurde es aber Zeit, auf dem Rückweg noch ein paar Fotos des völlig fertigen Autos gemacht (weiß jemand zufällig, was das für eines ist? Wir konnten es nicht mehr identifizieren) und zurück auf den Schotterweg. Während ich im Auto (immer noch direkt vor der Villa) die nächste Adresse ins Navi eingab stand mein Komplize vor dem Auto. Ich habe es tatsächlich nicht so mitbekommen, aber plötzlich hielt die Polizei neben uns. Mit gebrochenen Englisch erklärte der Polizist, dass das Gelände, er zeigte auf die Villa, privat ist. Der Komplize deutete nur auf mich und das wir uns nur etwas verfahren hatten, damit gaben sie sich auch zufrieden. Naja, lieber so als auf frischer Tat. 😉

 

Cheers!

~ Roach ❤

8 Gedanken zu “Chateau Mesrine

  1. Schade dass dieses Haus nicht sprechen kann. Weißt du, warum sich keiner um das die Villa kümmert? Also wenn ich so ein „Häuschen“ hätte, würde ich alles daran setzen es zu erhalten. 🖤

    Dein Blog gefällt mir richtig gut, ich füge dich gleich mal meiner Feedly-Liste hinzu 🙂
    Liebe Grüße > sara

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    • Naja, einfach gesagt gibt es keinen mehr, der das könnte. Auch wenn es am Zustand nicht mehr viel ändern würde, so möchte ich aber ungern mehr hier schreiben. Der ehemalige Besitzer ist in Frankreich kein Unbekannter und schnell gefunden. 😉 Wenn du magst schick mir eine Mail, dann kann ich dir mehr sagen!

      Dankeschön! 😀

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  2. Wow kann ich nur sagen. Unglaublich welch Juwel diese Villa. Was ich gar nicht verstehe, dass sie nicht erhalten wird und vielleicht als Museum eingerichtet wird. Oder auch bewohnt- da würde mich jetzt die Geschichte der Besitzer brennend interessieren. Übrigens ist das Auto ein Citroen. Früher wurde damit Waren ausgeliefert oder Eis Blöcke, denn in meiner Kindheit hatten nicht alle einen Kühlschrank, schon gar nicht in Frankreich auf dem Dorf.
    Liebe Grüße Caro

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