Fort D

Einer unserer Lost Places aus Frankreich.

Von einem Schotterparkplatz machten wir uns auf, der Waldweg ist breit, immerhin war dies bis vor einigen Jahren noch ein noch Militärgebiet, an den Bäumen windet sich der Efeu empor. Ein alter, rostiger Schranken ist das  Einzige, was verraten könnte, dass das hier kein normaler Wanderweg ist. Links und rechts führen kleine Pfade tiefer in den Wald. Wir blieben auf den breiten Weg, langsam wurde der Asphalt immer löchriger und verwandelte sich letztendlich ganz in eine Schotterpiste. Hier war ein weiterer Schlagbaum, nur wesentlich verwitterter als der Erste, und rechts davon ein Schild, welches, soweit ich es übersetzen konnte,  davor warnte weiterzugehen, da Lebensgefahr bestehen könnte. Schilder haben uns aber noch nie aufgehalten und wir wussten ja, wohin die Reise geht. Also am Schranken vorbei und jetzt sahen wir die ersten Anzeichen, dass in diesem Wald mehr liegt. Links konnte man bei genauerem Hinsehen kleine Ziegelbauten im Wald erkennen, dann ein rostiges Tor, das Schloss war schon vor einiger Zeit aufgebrochen worden. Dahinter wurde der Wald sehr licht, der Grund war die Bauweise unseres Zieles: Ein weitläufiges Fort mit Graben, da möchte man nicht herunterfallen. Und wenn man nicht gerade die Mauer hochklettern will, dann gibt es nur eine kleine Brücke, welche auf das Gelände führt. Nur standen wir hier vor verschlossenen Türen, das Tor  war mit einem recht neuen Schloss versehen, doch wie so oft gibt es mehr als einen Weg hinein. In unserem Fall war dies ein weg geflexter Teil der Fenstervergitterung, also schnell durch das schmale Loch gequetscht und schon standen wir auf dem Gelände, über eine kleine Brücke kommt man zu dem riesigen Bau. Ein gewaltiges Gebäude! Von den einzelnen Gängen fang ich gar nicht an, sonst gibt es hier nicht mehr viel, aber scheinbar spielt hier ab und an wer Airsoft und Paintball. Zugegeben, gerade die Gänge, welche nach unten führen hatten schon einen Horrorfilm-Vibe.

Was war Fort D aber nun? Tatsächlich ist es recht alt, 1867 hat der Bau begonnen, wurde er durch den Deutsch-Französischen Krieg unterbrochen und nach dem Fall Elsass-Lothringen an das Deutsche Reich von diesem bis 1914 immer wieder modernisiert und erweitert. In erster Linie sollte dies der Sicherung der neuen Gebiete gegen Frankreich dienen. 1600 Soldaten fanden hier Platz. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Fort 1944 zudem heftig von den Amerikanern bombardiert, davon zeugen aber mehr die Löcher im Wald. Bis 1995 wurde das Gebiet aktiv vom französischen Militär genutzt, bis Mitte der 2000er war es immer wieder Schauplatz von Übungen. Im Gegensatz zu anderen Befestigungen der Linie ist Fort D völlig verwahrlost zurückgeblieben.

Cheers!

~ Roach ❤

6 Gedanken zu “Fort D

  1. Sehr interessant, nur wo ist dieses Fort D. Noch nie etwas davon gehört und kenne mich in Frankreich gut aus. Viele solcher Forts etc gibt es im Elsass. Aber gepflegt sind die. Mich hätte das Innere sehr interessiert.
    Liebe Grüße Caro

    Gefällt 1 Person

    • Hi Caro! Ja, die Richtung stimmt schon mal 😉 Leider war das Innere nicht besonders aufregend und zum Teil voll mit Farbe wegen der Paintballkugeln, wir sind auch nur durch einen Teil gegangen, die Anlage ist wirklich groß.
      Lg und Danke,
      Raoch 🙂

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