Mooseum Passeier

Soooo…letztes Wochenende fuhren wir übers Timmelsjoch, auf italienisch Passo del Rombo, einen etwa 2500 Meter hohen Alpenpass zwischen dem Ötztal auf österreichischer Seite und dem südtiroler Passeiertal. Der Plan war in St. Leonhard ein paar gemütliche Stunden im Freibad zu verbringen. Gesagt getan und trotz heftig Verkehr erreichten wir das Schwimmbad und konnten die Sonne genießen. Auf den Rückweg schauten wir aber noch kurz im „Mooseum“ vorbei. Hierbei handelt es sich um ein Bunkermuseum in dem kleinen Örtchen Moos (ich finde das Wortspiel ja klasse xD). Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur die Geschichte der Sperrgruppe Moos aufzuarbeiten, man befasst sich auch mit der Lokalgeschichte der Südtiroler nach 1918 unter faschistischer Herrschaft. Zuletzt mischt auch der Naturpark noch etwas mit.

Hier kurz ein kleiner Abriss zur Geschichte der Sperrgruppe und des Passes. Die Straße auf italienischer Seite wurde von Mussolini bereits 1933 bis kurz unter die Passhöhe als Militärstraße gebaut, die österreichische Seite folgte erst nach dem Zweiten Weltkrieg für einen stolzen Preis von umgerechnet 13 Millionen Euro. 1968 wurde die durchgehende Straße für den Verkehr geöffnet. Mussolinis Idee war, genau wie bei anderern Grenzanlagen, eine Verteidigungslinie  für einen möglichen Angriff von deutscher Seite zu errichten. Die ersten Sperranlagen, Opera 1 und 2, wurden 1939 nahe Moos gebaut. 1940 sollten 9 weitere Anlagen hinzukommen, darunter eine Sperrgruppe am Pass selbst, gebaut wurden jedoch nur noch vier und keine davon auf Passhöhe, zwei wurden gar nicht mehr fertig gestellt.

Das Museum nutzt die Opera 3 als Ausstellungsraum, während die untere Ebene sich vor allem mit der Flora und Fauna und der Geologie der Gegend auseinandersetzt, so fand sich dennoch ein Teil mit Alltagsgeschichten rund um das Timmelsjoch, vor allem über die Schmuggler. Die zweite Ebene war im Prinzip die Bunkeranlage ohne Ausstellungsräume, lediglich wenige Objekte, ein MG und zwei Puppen, die uns einen richtigen Schrecken eingejagt hatten fanden sich dort. Man hat die Bunkeratmosphäre mit wenig Licht sehr gut erhalten. Am Ende ging es nochmal etwa 90 Stiegen über eine Wendeltreppe nach oben (Muskelkater am nächsten Tag xD). Plötzlich bricht das Tageslicht durch den engen Gang und man steht draußen, über eine Metalltreppe ging es an der Außenseite wieder nach unten. Dort wurden ein paar Steinböcke gehalten, die sich scheinbar gerne auf die Stiegen legen (die Dame an der Kassa meinte, wir sollen einfach etwas gegen den Zaun klopfen wenn einer uns den Weg versperrt), passierte uns zwar nicht aber die Tiere hatten gerad Nachwuchs bekommen, also bekam ich ein paar süße, kleine Steinbockbabys vor die Kamera.

Das Mooseum lohnt sich, wenn man die Strecke fährt und ein Interesse für diese Dinge hat, der Eintritt ist komplett okay und es gibt sogar Jacken, damit es drinnen nicht zu kalt wird. Der Aufbau ist modern und passt sich den mittlerweile interaktiven Trend in Museen an. Auch die Aufarbeitung der kleinen Alltagsgeschichten ist gelungen. Wer noch Zeit hat, kann auch etwas weiter im Museum Passeier neben dem „Sandhof“ vorbeischauen, dort geht es vor allem um Andreas Hofer und den Tiroler Freiheitskampf, es gibt aber noch ein Freilichtmuseum, welches Exponate und Häuser im klassischen Heimatmuseum-Stil beinhaltet. Eventuell schreib ich mal was drüber, bis dahin packe ich euch die Links hier dazu.

Mooseum

Museum Passeier

Cheers!

Ein Gedanke zu “Mooseum Passeier

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.