Berlin Tour: Tagesausflug nach Wittenberg

Und damit sind wir schon am Ende der Berlin Tour. Zum Abschluss unserer Exkursion fuhren wir ganz passend nach Wittenberg. Die Lutherstadt war noch sehr geprägt vom Kirchentag am Wochenende, aber auch so bekam man alles Mögliche an „Luther-Artikeln“. Angefangen von Karten und Magneten bis hin zur Lutherbibel aus Schokolade. Natürlich, Luther ist für Wittenberg das, was für Tirol Andreas Hofer ist. Die Stadt selber ist sehr schön, kopfsteingepflasterte Straßen in der Innenstadt, die kleinen eingelassenen Flüsse, sogar eine Türmerin hat Wittenberg noch. Für den Kirchentag gab es ein paar Sanierungen, vor allem um den Bahnhof. Unser erstes Ziel war, wer hätte es gedacht, natürlich die Schlosskirche, wo Luther einst seine 95 Thesen anschlug. Die Schlosskirche ist ein neugotischer Bau, unter dessen Turmhaube sich ein Spruchband aus Mosaiksteinen befindet: „Ein feste Burg ist unser Gott.“ Die Kirche wurde gerade teilweise renoviert, ich konnte es mir nicht nehmen lassen einen kurzen Blick ins gerade sanierte Untergeschoss zu werfen. In einem neugestalteten Hinterteil gab es eine kleine Ausstellung zu Luther.

Die nächste Station war das alte Frauengefängnis. Nein, es war keine Urbex-Tour 😉 In den alten Gemäuern funktionierten 66 Künstler aus aller Welt die Zellen im Zuge der Ausstellung „Luther und die Avantgarde“ zu Installationen um.  Ergänzt wurde dies durch die Performance einiger Schauspieler, die entweder Teil der Installationen waren oder mit Augenbinden durch die Gänge liefen und die Besucher direkt ansprachen. Interessant und etwas skurril. Auch die Location selber tat ihr Übriges, „Freiheit hinter Gittern“ gewissermaßen. Die Themen befassten sich neben Religion und Luther vor allem mit der aktuellen Gesellschaftssituation sowie Religion und Genderthematiken. Eigentlich…hatten trotz des Titels wenige der Installationen mit Luther zu tun. Was natürlich dazu kommt und was auch einige für sich nutzten war die historische Aufladung des Ortes. Man war eben unverkennbar in einem Gefängnis.

Dazu traf ich noch auf einen Zeitzeugen, der als Security in der Ausstellung betätigt war. Dieser erinnerte sich noch an die Zeiten, als das Gefängnis im Betrieb war. Kaum zu glauben, der einzige Schutz nach außen war ein Holztor. Danach stand der Bau jahrelang leer weil alle in die großen Kreisgefängnisse überführt wurden. Die Gefängnisatmosphäre konnte man nur erahnen. Kleine Zellen mit einer Lichtquelle in der anderen Ecke, Sachen die man sich nicht vorstellen will.

Ich verlinke unten ein paar Seiten, wo ihr einen guten Einblick bekommen könnt. Wer in der Gegend wohnt oder zufällig da ist: Die Ausstellung geht noch bis 17. September und ist das Geld wirklich wert.

Offizielle Seite

http://www.mz-web.de/wittenberg/altes-gefaengnis-reizvolle-schroffheit–26240966

http://www.br.de/radio/bayern2/kultur/kulturwelt/luther-und-die-avantgarde-dreiteilige-ausstellung100.html

Nach einer längeren Wartezeit und überraschenden Regen fuhren wir zurück nach Berlin. Am nächsten Tag ging es dann in die Heimat.

Fazit: Viel Neues in jeder Hinsicht. Gelohnt hat es sich trotz etwas Stress, einigen Fehlschlägen, Allergie, Erkältung und Hitze auf jeden Fall. 😉

Cheers!

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