Berlin Tour: Tagesausflug nach Szczecin

Ein kleiner Beitrag über die polnische Stadt Szczecin nahe der deutschen Grenze in Westpommern. Mit knapp 410.000 Einwohnern ist Szczecin, zu deutsch Stettin, die größte Stadt in der Region.

Montag Morgen machte ich mich mit dem Fernbus vom Alex in Berlin auf zum Bahnhof Szczecin. Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden und nachdem man die Grenze passiert hat, dauert es nur noch ein paar Minuten, bis man die Stadt erreicht. Das Wetter versprach einen guten Tag. Kaum aus dem Bus (Anm.: Wegen einer Mischung aus leichter Erkältung und Allergie hatte ich die ganze Woche mit trockenen Husten und verstopfter Nase zu kämpfen) stieg mir die frische Meeresluft in die Nase. Der Geruch von salzigen Wasser ist etwas, was ich tatsächlich mitten in den Bergen ab und zu mal vermisse. Und dieser Geruch bleibt einem in der ganzen Stadt in der Nase. Szczecin liegt zwar im im Landesinneren, die Oder entwickelt sich danach aber zu einem breiten Kanal und ermöglicht so die Schiffsfahrt und macht Szczecin so zu einer Hafenstadt. Direkt neben der Haltestelle hat man Blick auf den Hafen, die Oder lässt sich aber sowieso von vielen Ecken der Stadt beobachten.

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Ich machte mich erst mal auf den Weg in die Innenstadt und fand schnell ein Kaufhaus mit gratis Internet, verschaffte mir einen Überblick und hielt Rücksprache mit einem polnischen Freund, den ich besuchen wollte, er musste leider bis Mittag noch arbeiten. Also erkundete ich selbst die Stadt. Szczecin ist flächenmäßig sehr weitläufig aber der Kern ist eher klein. Nach meiner Verwunderung über einen wunderschönen Prunkbau der sich als Postamt herausstellte und einer kleinen Abweichung von meinem geplanten Weg zum Park im Zentrum, fand ich ein weiteres Kaufhaus. Irgendwie ist es hier nicht wie in vielen anderen Städten, im Inneren gibt es keine Einkaufsstraßen oder Geschäfte, alles teilt sich eher auf die beiden Kaufhäuser auf. Wobei das Zweite, Galaxy, offensichtlich auf deutsche Tagesurlauber ausgelegt ist. Viele der Läden kennt man in Deutschland auch und teilweise sind Preise schon umgerechnet. Eine weitere Anmerkung: Hingegen mancher Annahmen sind Luxusartikel in Polen meist gleich teuer oder z.B.: bei Elektronik wesentlich teurer als bei uns. Nur das Essen gibt es um einiges günstiger. Mein Einkauf inklusive dem Bier mit den Kollegen kostete mich etwa 4 Euro. Kleine Anekdote am Rande: An der Kassa des Lebensmittelladens stand hinter mir ein alter Herr, der nur eine Flasche Wein hatte. Ich deutete den Herrn, ob er vor möchte. Er bedankte sich mit einem „Dziękuję“ und schüttelte lächelnd den Kopf, bis dahin verstand ich noch was er sagte (ich habe eineinhalb Jahre Polnisch gelernt, konnte aber gerade im letzten halben Jahr wegen Unistress kaum was tun und verstehe seitdem kaum noch was), aber der nette Herr freute sich so sehr, dass er anfing mit mir zu reden. Ich verstand nicht viel aber noch schlimmer war, dass ich so überrascht war, dass ich weder wusste was oder wie ich antworten sollte, das einzige was von mir kam war ein zögerliches: „Deutsch?“. Aber auch das amüsierte den Mann, der mir in gebrochenen Deutsch erklärte, dass er preußische Wurzeln hat aber in seiner Familie der einzige ist, der noch etwas Deutsch kann. Wir unterhielten uns also noch eine Weile in der langen Schlange und er verabschiedete sich mit einem „Guten Morgen“. Ich machte mich darauf auf den Weg in den Zentralen Park, der gleichzeitig als eine Art riesiger Kreisverkehr fundierte und genoss dort mein Mittagessen.

Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang zur  Petrikirche (leider abgeschlossen), der Philharmonie Stettin, dem Nationalmuseum und dem Rathaus, fand ich mich wieder im Galaxy und wartete dort noch die letzten Minuten auf meinen Freund.

Kamil tauchte auch recht flux auf und erzählte mir auf einen gemütlichen Spaziergang einige kleine Geschichten und lud mich danach auf ein Bier in einer kleinen, (Klischee-Incoming) polnischen Spelunke ein. Holzverschlag mit jeder Menge Poster, Fan-Schals und den Fernseher mit MTV auf Dauerschleife. Da die Zeit die ursprünglich geplante Urbex-Tour nicht zuließ setzten wir uns daraufhin an die Oder und redeten über Gott und die Welt. Etwas Verbotenes war dann aber doch dabei, (ich komm da scheinbar nicht raus xD) im Vergleich zu Berlin darf in Polen nicht draußen in der Öffentlichkeit getrunken werden. Also setzten wir uns am Ende der Verbauung, wo uns höchstens andere Einwohner sahen.

Danach ging es für mich auch schon zurück, um 21 Uhr würde ich erst in Berlin ankommen. Szczecin war den Ausflug trotz etwas Stress auf jeden Fall wert. Die Stadt ist wirklich wunderschön, nicht zu überlaufen und auch nicht zu voll. Ich kann es nur empfehlen. 😉

Cheers!

 

12 Gedanken zu “Berlin Tour: Tagesausflug nach Szczecin

  1. Hier hat sich ja einiges getan nach der langen Sendepause.
    Das Blog ist kaum wieder zu erkennen. Du scheinst auch im
    Moment recht reisefreudig zu sein und hast sogar unsere
    Hauptstadt besucht. Ich komme ja von der Küste und
    vermisse den Geruch nach Salzwasser immer… 🙂
    Vielleicht verirrst Du dich ja auch mal nach Hessen.

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