Italien Tour: Tag 2

Tag 1 –> https://urbanroachblog.wordpress.com/2016/10/16/italien-tour-tag-1/

Leider hatte ich noch einige Sachen zu erledigen, deswegen leider wieder etwas verzögert. Hier also Tag 2 😉

(und verdammt was für ein Tag…)

Villa Hercules

Die Mauer um dieses Gebäude hat sich eingebrannt…wortwörtlich, ich habe tatsächlich eine Narbe am Unterarm vom Klettern (oder was auch immer ich in meiner Unsportlichkeit dort aufgeführt habe…es muss auf jeden Fall ästhetisch gewesen sein 😛 ). Zuerst quer durch den Obstgarten und über eine Stelle die offensichtlich öfter als Einstieg benutzt wurde rein, der Stacheldraht war entfernt worden und in der Mauer fand sich eine kleine Aushöhlung als Tritt. Dahinter folgte einiges an Gestrüpp des total verwilderten, großzügigen Garten, dann hinter einer Anlage, die eventuell einst ein künstlich angelegter Teich war tauchte die Villa auf. Von Außen schon offensichtlich besprüht, die Türen weit offen oder nicht mehr vorhanden. Direkt hinter dem Eingang wurden wir direkt von einer Menge Glassplittern und einer Kapelle begrüßt. Die Villa war natürlich komplett entkernt, selbst die Bilder in der Haupthalle sind herausgeschnitten und entfernt (oder gestohlen) worden, dafür waren die Decken umso gewaltiger. Die Villa war einer Barocken nachempfunden. Die Fresken auf den Säulen mit Gold verziert und dann noch das gewaltige Deckengemälde in der Mitte. Ansonsten leider schon viel Vandalismus.

Villa Crypta

Eine weitere Villa, vom Stil her ähnlich der Villa Hercules. Der Einstieg war wesentlich einfacher, etwas dreckiger aber angenehm. Der Anblick dieser Villa ist von außen gewaltig, das Haus scheint perfekt in den Garten eingearbeitet worden zu sein. Der Garten war allen voran eine große Fläche umgeben von dichten Gebüsch und Bäumen, unter den Tunneln aus Blättern und Ästen konnte man von außen gerodete Plätze erkennen, diese dienten wohl einst als Erholungsorte, bestückt mit Bänken und kleinen Fontänen und Statuen. Die Anlage war scheinbar noch nicht so lange zum Verwildern ausgesetzt gewesen. Das Gras hatte eine moderate Höhe, die langen Äste aus den Wäldchen links und rechts wurden offensichtlich mit schweren Maschinen gestutzt, um die Wege freizuhalten. Auch standen auf der großen Fläche zwei Mülleimer, wie man sie in Fußgängerzonen finden würde. Wurde der Garten möglicherweise zeitweise als eine Art Park genutzt? Oder hatte einfach jemand noch Interesse an der Instandhaltung? Den Eingang in die Villa fanden wir jedenfalls nahe der namens gebenden kleinen Kapelle mit Crypta. Auch hier ein ähnliches Bild, leere Räume aber wieder wunderbar gestaltete Decken, wobei ein Bett fand sich auch, sah nur nicht mehr wirklich bequem aus ;). Was hier noch ganz nett war, waren die kleinen Details in Form von Ornamenten, die sich kaum merklich in den großen Fresken verborgen oder die schmiedeeisernen kleinen Schnecken an den Türgriffen und Riegeln. Und wie schon erwähnt gab es auch eine eigene kleine Hauskapelle inklusive Krypta. Auch hier fanden sich wieder unsere neuen, besten Freunde: Tauben. Die Treppe nach oben war komplett mit Taubenmist bedeckt. Auch wenn sich in der Villa nicht viel fand, allein die Anlage würde diese Location zu einem Ort machen, den ich gerne auch aus eigener Kasse renovieren würde, leider fehlt mir das Geld dazu noch…

Gottverlassen

Die letzte Location. Gottverlassen. Wörtlich genommen. Viel ist von diesem Kloster nicht mehr übrig, positioniert auf einem Hügel, rundherum malerische Landschaft, scheinbar auch eine beliebte Gegend zum Radfahren und Wallfahrten. Und voll mit Wespen.

So wenig Locations?

Aber eine letzte Geschichte möchte ich nicht für mich behalten, wir hatten eigentlich noch andere Locations an diesem Tag, davon waren manche dicht und andere doch nicht so verlassen. Auf den Weg lag ein weiteres Kloster. Als wir dort ankamen, bemerkten wir schon die Banner, die Kirche wurde renoviert bzw. war bereits schon einmal wieder für Besucher geöffnet gewesen. Hinter dem Gebäude gab es schon das erste Schild wegen Videoüberwachung. Das Kloster wurde wohl auch in die Arbeiten mit eingezogen, Haufen von Schutt türmten sich dahinter, Bettgestelle und Möbel. Einige der Türen waren bereits neu gemacht, es gab Garagen und Abstellräume. Auch ein Kabel mit Anbindung an einen kleinen Kasten fiel uns außen auf. Nachdem sich Nichts rührte sahen wir uns den Klostergarten auf der Vorderseite an, auch dort gab es keinen Eingang, lediglich ein großer, blauer Kran stand im Garten. Also wieder zurück, wir entschieden uns über den Schutthaufen zu einem anderen Möglichen Eingang zu klettern und tatsächlich kamen wir über eine alte Holztreppe hoch ins Kloster. Dort wurden wir aber bereits von einem Piepsgeräusch empfangen. Man hatte bereits angefangen zu entkernen, bevor wir also weiter machen würden, wollten wir wissen woher das Piepsen kommt. Schlussendlich fanden wir den Kasten der dafür verantwortlich war, natürlich alles auf Italienisch. Es sah aber eher danach aus, als ob sich der Kasten wegen mangelnder Stromverbindung aufregte. Nach kurzem Besprechen beschlossen wir das Gebäude doch zu erkunden. Als erstes kamen wir durch eine Nebentür in die Kirche. Schön und glücklicherweise hat man wieder angefangen sie in Stand zu setzten. Danach war die Idee, dass Gebäude von Oben nach unten zu erkunden. Oben angekommen, im Dachboden, begann ich also mich auf die Suche nach Motiven zu machen. Plötzlich flüstert mir mein Kollege, dass er gerade durch ein nicht vernageltes Fenster einen blauen Lieferwagen auf das Gelände fahren gesehen hat. Nach einigen Minuten des Schweigens und Hörens, ein zweiter Blick hinaus, der Baukran war weg. Wir besprachen noch ob es jetzt sinnvoller wäre, sich zu verstecken oder abzuhauen. Dann ging es sehr schnell, direkt unter uns konnten wir ein lauten Klopfen gegen eine Tür vernehmen (vermutlich die Kirchentür) und entschieden uns doch zu versuchen raus zukommen und einen Abgang über das weitläufige Feld hinter dem Komplex zu machen. Das Ganze war ein endloses Horchen, ob bereits jemand im Kloster selber war. Hatten wir doch einen Alarm ausgelöst? Wir schafften es unbemerkt bis ganz nach unten, der Schutthaufen war kaum leise zu überwinden, danach ging es so schnell wie Möglich ins Feld und am Ende des Selbigen auf die Straße. Von dort machten wir uns dann zu Fuß ein gutes Stück zurück zum Auto. Tatsächlich stand dort dann nicht nur ein blauer Lieferwaagen, nein, es hatten sich zu dem Herren noch Weitere dazu gesellt. Ob wir nun wirklich den Alarm ausgelöst haben wissen wir nicht, es kann auch sein, dass diese Männer einfach nur mit den Renovierungsarbeiten weiter machen wollten. Egal was es am Ende war, ich war einfach nur froh in dem Moment draußen zu sein und hätte gut ein Bier vertragen können. Der blaue Lieferwaagen ist uns auf der Weiterfahrt übrigens nochmal begegnet.

Ich bin nicht dazu gekommen Fotos zu machen aber im Video seht ihr zumindest einen Teil des Gebäudes.

Damit auf zu Tag 3 😀

Ein Gedanke zu “Italien Tour: Tag 2

  1. Pingback: ITALIEN TOUR: TAG 3 | Urban Roach

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