Das Hundehaus 3 – Abschied

EIn zur Abwechslung mal nicht wegen des Verfalls melancholischer Eintrag.

Heute war ich zum 3. und vermutlich letzten Mal im Hundehaus. Wie ich bereits im letzten Artikel geschrieben hab wird es bald wegen dem Bau der neuen Straßenbahn abgerissen, genauer gesagt nächsten Monat. Heute war ich zusammen mit einer weiteren Urban Explorerin noch einmal dort, diesmal aber nicht nur in dem kleinen, bunten Häuschen sondern auch im vernagelten Haupthaus. Nein, wir haben nichts aufgebrochen, über die Scheune konnte man direkt in die Wohnräume. Eine komplette Tour im Dunkeln. Viel war leider nicht drin, Möbel gab es kaum, lediglich Stühle und Küche bzw. Bad waren mehr oder weniger vollständig, außerdem gab es einiges an Gasflaschen. WIe auch im kleinen Häuschen haben sich hier bis zum Ende Obdachlose eingenistet (Ablaufdatum der Nutella war der Februar dieses Jahres).

Doch auch hinter der Fassade gab es einige nette Details. Im Schrank befanden sich noch schön aufgehängt Sakkos und Jacken, Akten, Kontoauszüge, eine Kochstelle (vermutlich nicht für Essen) der Obdachlosen, einen Automotor, alte Stromzähler. Auch dem Hundehaus habe wir noch einen Besuch abgestattet. Der Kühlschrank liegt nun waagrecht und teilweise wurde weiter entrümpelt. Aber so hatten wir endlich Zugang zu einem weiteren Raum und den Schränken.

Aber um hier noch abschliessend diesen Ort noch einmal zu würdigen, ich habe mir aus den Papieren eine ungefähre Geschichte zusammen gereimt. Die ehemaligen Bewohner haten es wohl nicht zu gut mit der Gesundheit. Die erste Bewohnerin war wohl Frau M. (vermutlich mit Mann, Kindern eventuell Enkeln und Hunden). Der Teil der angeschauten Kontoauszüge starten bereit 1988. Vermutlich wurde das Haus bis Anfang 2000 oder vllt auch länger von Frau M. bewohnt. Diese schien jedoch auch Gesundheitliche Probleme zu haben, ein Schrank war gefüllt mit Röntgenaufnahmen, außerdem hat sie wohl sehr gerne eingekauft.

Die Nachfolger waren türkischer Abstammung. Hier gab es vor allem Informationen über den Mann. Ich vermute aber das es auch hier eine Familie gab (Kinderfahrräder, Stundenpläne etc.), jedenfalls war Herr S. Angestellter (oder Besitzer) eines Handyladens/Callshops. Vermutlich jedoch Angestellter, er hatte ebenfalls gesundheitliche Probleme, Stundenzettel und Krankschreibungen zeigten Fehltage zwischen 20-28 Tagen im Monat (wohlgemerkt es gab nur die Zettel von ein paar Monaten) und der ärztliche Attest zeigte unter anderem Herzprobleme und einen Leistenbruch auf. Die letzten Rechnungen stammen von 2006,viele Ordner wurden geleert. Warum das haus am Ende verlassen wurde kann ich auch nicht sagen, kein Geld mehr wegen Arbeitsverlust, tödlicher Krankheitsfall etc.

Ich glaube das wirkliche Ende wird wie so oft ein Rätsel bleiben, für mich bleibt dieser Ort jedoch weiterhin einer der interessantesten und rätselhaftesten Lost Places an denen ich jemals war.

So jetzt aber Schluss mit dem emotionalen Eintrag, hier für euch noch ein paar letzte Bilder. Cheers!

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Ein Gedanke zu “Das Hundehaus 3 – Abschied

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