Das Bauernhaus mit den schwarzen Fenstern

Ich hatte gestern endlich mal wieder Zeit etwas weiter zu fahren. Zwischen luxuriösen Wohnhäusern fiel mir die marode Fassade eines Bauernhauses auf, die Fenster waren schwarz und leer. Nach einer Annäherung an die dunklen (teilweise zerbrochenen) Fenster bot sich mir ein Anblick wie ich ihn bisher in keiner noch nicht gesehen hatte.

Der Blick in das Wohnzimmer offenbarte eine alte tiroler Bauernstube. kein Fernseher, kein PC aber dafür eine alte Nähmaschine die man noch mit einem Fußpedal betätigt. Ich wagte den Versuch zu sehn ob die Tür offen war und war ziemlich überrascht als diese sich auch noch öffnete. Jetzt lies mich die Neugier nicht mehr los und ich trat auf einen mit einer dicken Staub bedeckten Boden. Es gab keine Fußspuren, die Schicht Staub lag geschlossen da, nichts war verstellt und nichts berührt. Alles sah so aus als ob man das Haus am morgen zum Arbeiten verlassen hätte und nie jemand zurückgekommen wäre. Tirol vor 100 Jahren. Eine wunderbare Location, wie ein ethnologisches Museum.

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Der Tummelplatz war früher eigentlich die „Vergnügungswiese“ der Bewohner vom Stadtteil Amras, heute stehen dort Denkmäler und Gräber der gefallenen Soldaten und Gebiergsjäger im 1. und 2. Weltkrieg. Idyllisch gelegen mitten im Wald.

wald

friedhofkapelle

Bis zum nächsten Mal! Wünsche euch allen noch einen schönen Tag : D

Edit: Das Haus gehört seit dem Tod der Besitzer den Nachbaren. Das erklärt auch den noch relativ intakten zustand und die zum Lüften geöffneten Fenster.

Edit 2: Anscheinend wurden unter den Kleiderhacken in der Stube einige Wandmalereien freigelegt.

5 Gedanken zu “Das Bauernhaus mit den schwarzen Fenstern

  1. Klasse Bericht, ein wunderschöner Ort, den du gefunden hast. Was mich wundert, dass der Vorgarten noch so gepflegt ist und dass scheinbar trotz der kaputten Fenster kein Wasserschaden oder Ungeziefer in dem Gebäude zu sein scheinen. So als wäre es wirklich erst gerade verlassen worden…

    MfG

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    • Hmm…ich glaube das lässt sich dadurch erklären, wie bereits im Edit geschrieben, dass das Haus seit dem Tod der Besitzer offiziell den Nachbarn gehört, die wohl doch hin und wieder mal nach dem Rechten sehn. Das mit dem Vorgarten hat vermutlich den Grund das gegenüber eine große Pension steht und es einfach kein gutes bild machen würde.

      Ich werde versuchen mal die Nachbarn zu überreden ob sie mir etwas mehr erzählen können. Leider konnte ich diese damals nicht antreffen.

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  2. Amras – schau, schau. :.
    Thomas Bernhard lässt grüßen.

    Der Weg zwischen den Bäumen ist klasse!

    Ein Wunder, dass niemand das Haus ausgeräumt hat.
    Anscheinend haben sich auch keine Vandalen reingetraut.
    Das ist selten! :yes:

    Der Friedhof ist für die Norddeutsche gewöhnungsbedürftig. 😉

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